M i c h a e l  J.  H i g a t s b e r g e r

Kindheit, Gymnasium


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Higatsberger (hinten) mit Bruder und Eltern

Michael J. Higatsberger wurde am 8. Juni 1924 in Unterbergern bei Krems/NÖ als Sohn von Michael und Berta Higatsberger geboren. Er maturierte 1943 am Humanistischen Gymnasium in Krems mit Auszeichnung.



Studium, Auslandserfahrungen


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Erster wissenschaftlicher
Vortrag, 1948

 

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Beurteilung der
Dissertation

Higatsberger promovierte 1949 nach einem Studium der Physik, Chemie, Mathematik und Philosophie mit Auszeichnung an der Universität Wien zum Dr. Phil.
Dissertation: "Elektronenoptische Zylinderlinsenwirkung des realen Plattenkondensators".

Higatsberger hat während seiner Auslandsaufenthalte (in den USA) gelernt, sein enormes experimental-physikalisches Wissen direkt in realistischen Anwendungen bis hin zu technischen Produkten praktisch umzusetzen. Davon zeugt insbesondere auch der Titel seiner Habilitationsschrift: "Neuere Apparate in der Massenspektroskopie".
Er erlebte in den USA den Aufschwung der friedlichen Nutzung der Atomenergie und lernte dort auch die Idee der dafür Notwendigen Großforschungseinrichtungen kennen.



Seibersdorf


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Eröffnung vom Forschungs-
zentrum Seibersdorf mit
Bundespräsident Schärf, 1960

Die Kombination von naturwissenschaftlichem Wissen und Kenntnis der Notwendigkeiten der praktischen Umsetzung führte dazu, dass sich Michael J. Higatsberger, heimgekehrt nach Österreich, im Jahr 1955 voll für die Einrichtung eines Kernforschungszentrums in Österreich einsetzte.

Nachdem er die österreichische Bundesregierung
von seinen Plänen überzeugt hatte, kam es bereits 1956 zur Gründung der "Österreichischen Studiengesellschaft für Atomenergie", deren erster wissenschaftlich-technischer Geschäftsführer er ab der Gründung und bis zum Jahre 1971 war. Sofort begann die Planung, als Standort wurde Seibersdorf gewählt. Im Jahr 1961 konnten der Forschungsreaktor und die Institute für Physik, Elektronik, Chemie, Metallurgie und Strahlenschutz eröffnet werden. Seibersdorf wurde bald zu einem international anerkannten Forschungszentrum.



Lehre, Universität


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Mit Nobelpreisträger
Peter Kapitza in Wien, 1972

 

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Berta Karlik wird Ehrenmitglied
der Chemisch-Physikalischen
Gesellschaft, 1978
 

Parallel zu seiner Tätigkeit als Leiter des Forschungszentrums Seibersdorf hat sich Michael J. Higatsberger immer intensiv der Lehre gewidmet. So wurde er 1965 Honorarprofessor für Reaktorphysik an der Technischen Hochschule Graz und 1969 ao. Univ. Prof. an der Universität Wien. Dem folgte 1971 die Berufung als ordentlicher Universitätsprofessor für Experimentalphysik und Vorstand des Ersten Physikalischen Instituts der Universität Wien.
Zu seinen Arbeitsgebieten gehören neben der Massenspektroskopie und ihren Hilfstechniken wie Elektronenoptik und Hochvakuumtechnik die Physik von Kernreaktoren und die dazugehörigen Technologien, ferner in jüngerer Zeit verschiedene Verfahren der Festkörperphysik und Festkörpertechnologien, bis hin zu Nanotechnologie.

Michael J. Higatsberger war seit 1989 auch Vorsitzender der Postgradualen Universitätslehrgänge für Medizinische Physik an der Universität Wien.



Israel


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Ehrendoktorat der Tel
Aviv-Universität, 1990

 

 

 

 

 

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Mit dem israelischen Präsidenten
Weizmann, 1984

Nach seiner Emeritierung im Jahre 1994 hat sich Michael J. Higatsberger um die wissenschaftlichen Beziehungen zwischen Österreich und Israel sehr verdient gemacht. Er wurde 1996 verantwortlicher Koordinator seitens der Universität Wien für die Zusammenarbeit mit der Universität Tel Aviv, deren Ehrendoktorat ihm 1992 verliehen wurde. In Anerkennung dieser Verdienste wurde 2000 ein Hörsaal der Universität Tel Aviv in "The Prof. Michael J. Higatsberger-Hall" umbenannt.
Higatsberger war auch Mitglied des Board of Governors der Universität Tel Aviv und des International Board of Governors des Weizmann Institute of Science.

 




Nachruf


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Österreichisches Ehrenkreuz für Wissenschaft und Kunst I. Klasse

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Eröffnung der Higatsberger Hall an der Uni Tel Aviv mit Frau Langstadlinger, 2000

Michael J. Higatsberger war Träger zahlreicher Ehrungen und Auszeichnungen wie z.B. der Wilhelm-Exner-Medaille des Österreichischen Gewerbevereins oder des Österreichischen Ehrenkreuzes für Wissenschaft und Kunst 1. Klasse.

Er war immer gerne bereit, Funktionen im Dienst der Allgemeinheit wahrzunehmen und war Mitglied zahlreicher wissenschaftlicher und technischer Vereinigungen weltweit. Hier sollen nur die British Nuclear Energy Society, die Chemisch-Physikalische Gesellschaft, deren Präsident er zweimal war, und das Europäische Komitee des Weizmann Institute of Science erwähnt werden.

Auch nach seiner Emeritierung war Michael J. Higatsberger jederzeit bereit, sich als Kollege für Anliegen des Institutes für Experimentalphysik in Forschung und Lehre einzusetzen und seine Erfahrung zur Verfügung zu stellen.

Michael J. Higatsberger hat bis zuletzt an der Universität Wien Vorlesungen über Experimentalphysik gehalten. Im Vorlesungsverzeichnis für das Sommersemester 2004 ist er noch als Vortragender mit eigener Vorlesung angeführt. Dieser Verpflichtung kann er zum großen Bedauern aller nun nicht mehr nachkommen.

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Biographie über
Higatsberger, 2002

 


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