F r a n z  F e r d i n a n d  C a p

Kindheit und Gymnasium


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1938

Franz Ferdinand Cap wurde am 25. Juni 1924 in Payerbach, Niederösterreich, geboren. Seine Eltern waren Dr. jur. Franz Cap und Marianne Cap. geb. Grill. Nach Besuch der Volksschule in Wien XIII musste er auf Wunsch des Vaters das humanistische Gymnasium mit Latein und Griechisch in der Hietzinger Fichtnergasse besuchen, obwohl er lieber in eine Realschule gegangen wäre.



Studium, Krieg


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1943

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Bundespräsident Waldheim bei der Promotion von Ferdinand und Clemens Cap, 1989

1942 bis 1945 studierte Cap als Werkstudent (Übersetzer) an der Universität Wien Mathematik, Physik und Chemie. 1943 wurde er zum Militärdienst in die Rossauer Kaserne eingezogen und arbeitete in der Freizeit an Übungsarbeiten für theoretische Physik. Wegen seiner guten Studienleistungen wurde Cap, durch Führsprache von Erwin Fues, vom Militärdienst befreit und schon während des Studiums 1944 als wissenschaftliche Hilfskraft am Institut für Theoretische Physik eingestellt.
Das Studium konnte Cap mit sub auspiciis praesidentis Bedingungen abschließen. Da es zur damaligen Zeit keine sub auspiciis Ehrung gab, wurde Cap nachträglich im Jahr 1989 gemeinsam mit seinem Sohn Clemens sub auspiciis praesidentis promoviert.



Akademische Laufbahn - Innsbruck


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Brief von Schrödinger an Cap, 1955

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Cap als Experte zur Mondlandung im ORF, 1969

Als nach dem Krieg Erwin Fues die Universität verlassen musste und Hans Thirring wieder die Leitung des Institutes für theoretische Physik übernahm, wurde Cap bis 1949 Assistent bei Thirring. Thirring förderte Cap sehr, unter anderem, weil dieser sich zusammen mit dem damaligen Leiter der Bibliothek, Robert Chorherr, bei der Rettung der Zentralbibliothek, die von den Nazis nach Deutschland verlegt werden sollte, verdient gemacht hatte. Thirring verschaffte Cap im Jahre 1948 eine Stelle als Gastforscher an der ETH Zürich. 1949 erkrankte Professor Arthur March vom Institut für theoretische Physik in Innsbruck schwer. Hans Thirring vermittelte Cap eine Stelle als Vertreter von Prof. March.

Cap habilitierte sich in theoretischer und technischer Physik und wurde, nach dem Tod von Prof. March im Jahre 1958, ao. Professor und 1960 Ordinarius für theoretische Physik an der Universität Innsbruck.
1954 bekam Cap seinen ersten bezahlten Forschungsauftrag der amerikanischen Regierung auf dem Gebiet der Kernkräfte. Im Auftrag der NASA berechnete Cap 1957 gemeinsam mit dem Innsbrucker Mathematiker Gröbner mit dessen neuen Methoden für die Raumfahrt Bahnen zum Mond.
Von der Regierung wurde Cap in den Jahren 1966 bis 1975 als österreichischer Vertreter in den wissenschaftlichen Weltraumausschuss der Vereinten Nationen entsandt.

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Internationaler Weltraumkongress in Innsbruck, 1986

 




Plasma- und Energiephysik


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1989 - Instabilitätenkongress
in New Delhi - Prof. Sato,
Cap, Frau Cap, Prof. Kuhn

Seit 1958 ist Caps Hauptforschungsgebiet die Plasma- und Energiephysik.
Zweimal organisiert Cap in Innsbruck internationale Kongresse über Plasmaphysik.
Über dieses Spezialgebiet verfasste Cap auch mehrere Lehrbücher:
1970 erscheint im Verlag Vieweg, BRD, das dreibändige Lehrbuch "Einführung in die Plasmaphysik".
Im Verlag Academic Press, New York, erschienen die drei Bände des "Handbook on Plasma Instabilities".
Bei Springer in Wien erschien 1994 das Lehrbuch "Plasmaphysik und Magnetohydrodynamik".
Aus der von Cap begründeten Innsbrucker Schule der Plasma- und Energiephysik gingen mehrere derzeit in Deutschland und in den USA als Hochschulprofessoren tätige Schüler hervor.



Cap als Forschungsunternehmen


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Foreign Service, Zusage

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Library of Congress,
Vertragsunterzeichnung

Durch über zehn Jahre, 1963 bis 1981, gelingt es Cap, Forschungsaufträge von der amerikanischen Regierung auf dem Gebiet der Plasma- und Energiephysik im Wert von einigen Millionen Dollar zu bekommen und er schafft so wohl den Beweis, dass man mit guter wissenschaftlicher Forschung auch in Österreich viel Geld erarbeiten kann. Auch der FWF förderte den Forschungsschwerpunkt Plasmaphysik über zehn Jahre lang.
Zwischen 1957 und 1973 leitete Cap für die Kongressbibliothek Washington und für mehrere deutsche und amerikanische wissenschaftliche Verlage ein wissenschaftliches Übersetzungs- und Abstracting-Programm, bei dem zeitweilig bis zu 80 wissenschaftliche MitarbeiterInnen beschäftigt waren.
Die US-Subventionen und viele ausländische Kontakte ermöglichten es Cap, zahlreichen Studierenden Dissertationsstipendien zu gewähren und auch viele seiner Schüler an ausländischen Universitäten unterzubringen.

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1. Forschungsauftrag der
US-Regierung




Arbeiten, Auslandskontakte


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1974: Nobelpreisträger
Peter Kapitza überbringt
Cap die Rutherford Medaille.

Cap publizierte insgesamt über 400 wissenschaftliche Arbeiten in einschlägigen wissenschaftlichen Zeitschriften und ist Inhaber von mehr als 60 internationalen Patenten, u.a. für einen Atomschutzanzug, ein Gerät zur Umwandlung mechanischer in elektrische Energie (parametrischer Generator) und ein Atomstrahlenmessgerät.

Insgesamt 16 Mal wurde Cap an ausländische Universitäten berufen, lehnte aber alle Berufungen ab und blieb der Universität Innsbruck treu. Er nahm jedoch öfter kurze Gastprofessuren an und lehrte u.a. in Deutschland, in der Sowjetunion, in Japan, in Indien, in Südafrika, Italien, Bulgarien, Rumänien USA, Belgien, Frankreich, Norwegen und Polen.

Cap wurde international mehrfach geehrt, so als Ehrenmitglied der Akademie der Wissenschaften von Rajastan und als Mitglied der International Academy of Astronautics. Von der sowjetischen Akademie der Wissenschaften erhielt er deren Rutherford-Medaille "Ehre dem wissenschaftlichen Lehrer und Forscher".

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Österreichischer Delegierter
bei einem Energiekongress
in Rom, 1985




Neueste Veröffentlichungen


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Mathematica

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Ein Ende der Religionen

Ferdinand Cap ist zwar seit 1988 emeritiert, aber nach wie vor nicht im Ruhestand.
Im Jahre 2003 erschienen zwei Bücher von Cap, welche die ganze Bandbreite seiner Interessen widerspiegeln:

Bei Chapman & Hall / CRC erschien ein Buch über die Anwendung des Programmpaketes Mathematica auf Physik und technische Probleme: "Mathematical methods in physics and engineering with Mathematica".
Im Innsbrucker Studienverlag erschien ein Buch über naturwissenschaftliche und religiöse Weltbilder: "Ein Ende der Religionen ?"


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