|
Praterstraße um 1934 |
Alfred Bader 1937
|
Bader wurde 1924 in Wien geboren. Sein Vater, der zwei Wochen nach seiner Geburt verstarb, stammte aus Mähren, seine Mutter Elisabeth stammte aus Ungarn. Nach dem Tod des Vaters wurde er von seiner Tante Gisela adoptiert. |
|
Studienabschluss an der Queen´s University, 1945 |
Erstes PhD-Problem an der Harvard University, 1947
|
1945 bekam Bader in den USA einen Studienplatz
für das Fach Chemie-Ingenieurwesen an der Queen's University in Kingston,
Ontario. Dieses Studium finanzierte er sich durch die Arbeit bei der Murphy Paint Co (Lacke, Beschichtungen und Farben) in Montreal. Später stellte ihm die Firma 1800 Dollar zur Verfügung und ermöglichte ihm das Doktorratsstudium an der Harvard University. Pittsburgh Plate Glass Co (PPG) übernahm die Firma, und mit Baders Hilfe spezialisierte sich das Labor auf neue Monomere, die aus billigen Ausgangsstoffen hergestellt wurden. Die wissenschaftliche Literatur beschrieb zu diesem Zeitpunkt, dass diese Vorgangsweise nicht erfolgreich sei, Bader fand aber heraus, dass spezifische Vorgangsweisen doch zum Erfolg führten. Die Verfahren wurden patentiert, und die Firma Johnson Wax zeigte Interesse, das Patent zu kaufen. Bei reiner Kalkulation des Verkaufspreises mit 10.000 Dollar wäre eine betriebswirtschaftlich korrekte Amortisation des Aufwandes gegeben gewesen. Bader empfahl jedoch, den Marktwert auszutesten und eine Million zu verlangen. Johnson Wax rechnete seine geschäftlichen Chancen durch und kaufte zu diesem Preis. |
|
Kodak-Werbung
|
Aldrich Antwort auf die Kodak-Werbung |
1951 gründete Bader zusammen mit
einem Freund (Jack N. Eisendrath) und einem Startkapital von 250 Dollar
die Firma Aldrich Chemical Company, um Forschungschemikalien in kleinen
Mengen zu produzieren und verkauften. Bader schaffte es die Produktpalette der Firma Aldrich, die 1952 noch 12 Produkte im Angebot hatte, bis 1975, durch den Zusammenschluss mit der Biochemikalienfirma Sigma, auf 30.000 Chemikalien ansteigen zu lassen. Ein weiteres wichtiges Ergebnis der Arbeit von Bader und Aldrich ist der Aufbau einer Bibliothek von Chemikalien. Derzeit beinhaltet diese Proben und Informationen über rund 100.000 Chemikalien und chemische Verbindungen. |
|
Abschied von |
|
Bader - Der |
Neben seinen Tätigkeiten als Chemiker und Geschäftsmann hat sich Bader zeit seines Lebens auch immer für Kunst und Kunstgeschichte interessiert und eine der weltweit bedeutendsten privaten Sammlungen von Arbeiten Holländischer Meister aus dem 17. Jahrhundert zusammengetragen. Er versand es auch immer wieder, außergewöhnliche Kunstwerke an Museen - die derartige Summen nicht auf einmal auslegen konnten - weiterzugeben. |
|
1992 - Isabell und |
Bader ist Initiator von vielen Preisen und Stipendien
für seine beiden Hauptinteressen Chemie und Kunst. Die Royal Society of
Chemistry vergibt einen Alfred Bader- und einen Josef Loschmidt-Preis. Die spektakulärste Aktion Baders stellt wohl der Kauf des Schlosses von Herstmonceux für die Queen´s University dar. Das Schloss, bis in die späten 1980er Jahre Sitz des königlichen Greenwich Observatoriums, soll nach dem Willen Baders als europäischer Sitz der kanadischen Universität dienen. Im Rahmen eines großen mittelalterlichen Festes zur Eröffnung übergab er der Universität, die ihn seinerzeit als einzige akzeptiert hatte, das Schloss als Zeichen seiner außerordentlichen Dankbarkeit. |
|
Ehrendoktorat der Glasgow |
Bader wurde vielfach ausgezeichnet und geehrt. Er erhielt unter anderem 9 Ehrendoktorate von Universitäten in den USA, Schottland und Tschechien. Die American Chemical Society zeichnete ihn 1998 als "One of the Top 75 Distinguished Contributors to the chemical Enterprise in the Last 75 Years" aus. |
|
Mit Robert Rosner |
Joseph Loschmidt |
Die großzügige finanzielle Unterstützung von
Isabel und Dr. Alfred Bader ermöglicht es der ÖAW, den Ignaz L. Lieben-Preis
zu reaktivieren und heuer zum ersten Mal neu auszuschreiben. Der älteste
Preis der ÖAW, 1863 gestiftet, musste 1937 wegen Verfolgung der Stifterfamilie
Lieben eingestellt werden. Der Preis soll auf Wunsch der Stifter an junge
WissenschaftlerInnen aus Bosnien-Herzigowina, Kroatien, Slowakei, Slowenien,
Tschechien, Ungarn und Österreich für herausragende Arbeiten auf den Gebieten
der Molekularbiologie, Chemie und Physik verliehen werden. Bader hat, um das Leben und Wirken Loschmidts als Naturwissenschaftler bekannter zu machen, zusammen mit Christian R. Noe einige Arbeiten über Loschmidt veröffentlicht. Des weiteren verdankt ihm Wien das Loschmidt-Symposium, das 1995 stattfand. Die Universität Wien machte Bader zu ihrem Ehrenbürger. Obwohl ihm und seiner Familie in Wien so übel mitgespielt wurde, hat Bader immer Kontakt zu Wien gehalten. Er fand hier nicht nur Geschäftspartner, sondern auch gute Freunde. |